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High
Limit Fische
by
mn
Ich
möchte jetzt nicht explizit nachdenken, wie oft ich mich über
Maniacs, Bekloppte, Glücksritter und ähnliche Konsorten,
die sich in den Micro- und Low-Limits tummeln, aufgeregt habe. Ich
bin mir sogar ziemlich sicher, dass es nicht nur einmal war. Aber
seit heute weiss ich, dass diese Spezies auch in anderen Limits
ihr Unwesen treibt.
Eigentlich
wollte ich ein paar Dollars an die Tische bringen und habe da beim
durchsehen einen Bekannten getroffen, mit dem ich schon seit längerer
Zeit mal wieder an einem Tisch sitzen wollte. Leider waren an diesem
Tisch noch 2 weitere vor mir in der Warteschleife, so dass ich nebenher
noch ein bißchen bei den "High Rollern" gekiebizt
habe. Nein, das ist ja eigentlich ein Skat-Ausdruck, den möchte
ich dann doch nicht verwenden. Ich war also ein Railbird, wie man
so schön sagt.
Ich
öffne also einen Tisch NLHE, Blinds $25/$50 und lasse spaßeshalber
mein Analyseprogramm mitlaufen. Knapp 40 Minuten habe ich da zugesehen,
weil an meinem "Wunschtisch" irgendwie keiner weggehen
wollte und ich nach 5 Minuten sowas von fasziniert war, dass ich
es wahrscheinlich sowieso verpasst hätte, wäre dort ein
Platz freigeworden.
Da
sitzen also 9 Spieler, die offensichtlich mit einer netten Bankroll
ausgestattet sind und haben zwischen $ 4.500 und $8.000 in Chips
vor sich liegen. Nun sollte man denken, das in diesem Limit eine
gewisse Spielkultur herrscht und dort mehrheitlich Fortgeschrittene,
wenn nicht sogar Profis sitzen. Überlegte Entscheidungen und
eine klare Strategie, könnte man ebenfalls denken. Aber weit
gefehlt.
Die
Action und die Spielweise haben mich irgendwie stark an einen 2/4
Cent oder max. 5/10 Cent Tisch erinnert. Da wurde gelimpt was das
Zeug hält, ein Preflop raise von 4-5 anderen gecallt und die
gespielten Karten haben selten eine Quersumme von über 12 ergeben.
Erstaunlicherweise hatten nur 2 oder 3 die Automuck-Funktion in
Betrieb, so dass alles prima zu sehen war. 6 von den "Spielern"
hatten eine FlopSeen-Percentage von über 70% !!!!! Der "most-tight-player"
lag bei knapp 35%.
Es
gab auch so Highlights wie 3 Paare - A9A92 liegt am Board, einer
hält 33 und geht bis zum Ende mit um festzustellen dass er
einen verdammt miesen Kicker hat (Pot knapp $1000), der Gewinner
hatte immerhin eine T.
Bei
einem anderen Spiel callt der am Button positionierte Besitzer eines
(Nut-)Flush nach dem River ein Raise (SB - Set Asse), ein Reraise
(MP - Straight) und einen Call (CO - ebenfalls Straight), um seinen
3 Gegnern nicht noch mehr Geld aus der Tasche zu ziehen. (Pot ca.
$2000)
Und
so weiter und so weiter. Um in der Sprache der Biologen zu bleiben:
ein Shark war keiner dabei, vielleicht ein Mini-Barsch, der Rest
war irgendwo zwischen Karpfen und Guppy anzusiedeln. HERR, WIRF
HIRN VOM HIMMEL! Und ich reg mich über einen BadBeat um Kleingeld
auf.
Ich
hab mich ernsthaft gefragt, ob sich da der "R & D Club"
(Rich & Drunk) getroffen hat, oder wie diese Runde zustande
gekommen ist. Aber offensichtlich haben die sich da zufällig
getroffen. Wenn man dem Chat glauben darf, kannten die sich vorher
nicht.
Mich
hat das ganze dann allerdings ein bißchen demotiviert, denn
wie soll ein Aufstieg in ein höheres Limit das Ziel sein, wenn
man es dort mit den gleichen Voll-Pfosten zu tun hat. Naja, von
dem Limit bin ich eh noch ein klitzekleines Stückchen entfernt
und vielleicht sind die "Vernünftigen" ja irgendwo
in der Mitte zu finden :-)
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