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Pokerschule
für Einsteiger
7.
Cash-Game No-Limit
So
rasch sich Gewinne im No Limit Spiel erzielen lassen, genau so rasch
kann sich ein ansehnlicher Stack ins Nichts auflösen - durch
einen einzigen schlechten Call oder riskanten Bluff.
Im
No-Limit-Poker gibt es natürlich viele Möglichkeiten,
Fehler zu begehen. Doch der größte von allen ist ein
schlechter Call. Und geduldig warten wir darauf, dass einer unserer
Gegner diesen Fehler begeht (während wir selbst alles tun,
um ihn zu unterlassen!!!)
Merken
wir uns die drei wichtigsten Grundsätze:
1.)
Kleine Pots lassen sich durch aggressive Bluffs stehlen!
2.) Große Pots werden mit dem besten Blatt gewonnen!
3.) Gehe nicht mit einem Paar pleite!
Vorerst
jedoch ein paar Worte zur Einsatzhöhe:
Wenn
man sich dafür entscheidet, seine Anfangskarten zu spielen,
dann sollte man dies mit einem Raise ums Doppelte bis zum Fünffachen
des Big Blinds tun. Cold Calls sind meist nur unter zwei Voraussetzungen
zu empfehlen. Wenn man in früher Position A-A oder K-K spielt
und die starke Vermutung hat, das ein Gegner raist (und NUR DANN),
um mit einem kräftigen Reraise zurückzuschlagen, oder
wenn man Karten mit Verbesserungspotential spielt, z. B. Suited
Connectors, und sich aus später Position einigen Limpern anschließt.
Andernfalls ist es immer ratsam, das Feld zu verkleinern.
In
den weiteren Runden hängt die Höhe des Einsatzes oder
Raise vom Volumen des Pots ab. Halber Pot, drei Viertel vom Pot,
ganzer Pot oder, selten, mehr.
Durch
die Höhe Ihres Einsatzes bestimmt man die Odds für den
Gegner. Möchten man sein Toppaar gegen einen möglichen
Flushdraw verteidigen, so wissen man, dass der Einsatz auf einen
Flushdraw Odds von 1 zu 4 rechtfertigt. Setzt man den halben Pot,
gibt man dem Gegner Odds von 1 zu 3. Setzt man den ganzen, dann
reduzieren sich diese auf 1 zu 2. Zu beachten ist das beobachtete
Spielverhalten des jeweiligen Gegners.
Von
unnötig hohen Einsätzen, Over-Bets, ist meistens abzuraten.
Die eher seltenen Fälle, dass man etwa mit Top-Paar oder Überpaar
mit einem gefloppten Drilling konfrontiert sind, werden hierdurch
zu teuer.
Dazu
ein Beispiel:
Man
spielet A-K und der Flop fällt A-8-9. Man bringt einen Einsatz
in Pothöhe und der Gegner antwortet mit einem massiven Raise.
In den meisten Fällen muss man mit einem Drilling oder zwei
Paaren rechnen. Das Naheliegendste ist Passen. Und weil dieses Beispiel
so gut dazu passt, verweise wir gleich auf den drittgenannten Punkt:
Gehe nicht mit einem Paar pleite! (Merke Dir diesen Satz für
all jene Situationen, wenn Du mit Top-Paar oder Überpaar mit
einem signifikanten Raise konfrontiert bist!)
Was
den ersten Punkt betrifft, so kann man, nicht zu oft natürlich,
kleine Pots zu stehlen versuchen, solange die Einsätze respektiert
werden. Antwortet ein Gegner mit Raise, dann lassen wir ihm den
Gewinn (Reraises können sehr teuer werden und es bedarf wirklich
umfassender Erfahrung, den richtigen Zeitpunkt dafür zu erkennen).
Wenn man weniger als 100% vom Pot einsetzt, wird der Bluff dann
profitabel, wenn er im Durchschnitt zumindest jedes zweite Mal funktioniert.
Antworten Gegner zu oft mit einem Raise, dann unterlassen wir die
Bluffs, warten auf ein gutes Blatt und kassieren damit ab.
Bedenke
bitte immer, dass, wenn der Pot ein bestimmtes Volumen angenommen
hat, Gefahr droht. Erstens, sobald sich ein Gegner bereits zu sehr
engagiert hat, dann ist er "Pot-committed" und lässt
sich nicht mehr so leicht bluffen. Auch verweisen vorangegangene
Calls immer auf die Möglichkeit eines sehr starken Blattes.
Floppt jemand z. B. eine Straight, dann wird er es sich oft für
einen Cold Call entscheiden, um den Gegner in eine Falle zu locken.
Im Limit-Poker ist es notwendig, den Pot Schritt um Schritt wachsen
zu lassen. Ohne Limit, bei Einsätzen in Pothöhe und mehr,
macht sich das Abwarten oft genug bezahlt.
Wenn
man erfolgreiche No-Limit-Spieler online beobachtet - und man erkennt
diese meist daran, dass ihr Stack wesentlich höher ist als
das maximale Buy-in - dann wird man erkennen, dass diese meist sehr
zurückhaltend spielen. Sie warten auf ihr gutes Blatt und oft
genug findet sich ein leichtfertiger Gegner, der mit mittelmäßigem
Blatt callt.
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