|
Pokerschule
für Einsteiger
6.
Cash-Game Limit
Wenn
Du Dich an einen Limit-Tisch setzt, so solltest Du zumindest 50
Big Blinds als Budget kalkulieren. Der Bedarf an Chips kann, insbesondere
bei aggressiverem Spiel, auch deutlich höher ausfallen. Je
zurückhaltender Du spielst, desto geringer sind natürlich
die Ausschläge in beiden Richtungen.
In
der Lobby eine Pokerraumes sieht man für jeden Tisch die durchschnittliche
Pothöhe angegeben. Ist diese eher hoch, so steigt natürlich
die Gewinnerwartung, doch weiss man dann auch, dass man es mit einem
sehr aktiven Tisch zu tun hat, an dem die meisten Pots in Showdowns
entschieden werden. Vermeide in diesem Fall strategische Experimente.
Die Gegner lassen sich hier schwer manipulieren. Der Vorteil ist
natürlich, dass Deine Gewinnkarten hier auch entsprechend gut
bezahlt werden.
Ist
die durchschnittliche Pothöhe niedrig, dann hat man es meist
mit vorsichtigen Gegnern zu tun, aus deren Einsatzverhalten man
entsprechende Schlüsse ziehen kann. Zwar sind hier die Pots
niedrig, doch funktionieren nicht nur gelegentliche Bluffs, auch
ist die Verteidigung von Made-Hands öfter von Erfolg beschieden.
In
jedem Fall ist es günstig, die Eigenschaften der Spieler über
einen bestimmten Zeitraum hinweg zu beobachten. Wer callt häufig?
Wer passt bei jedem Raise (außer mit Spitzenkarten)? Wer ist
ein Maniac und erhöht kategorisch?
Diesbezügliche
Notizen sind immer hilfreich. Nur gute Spieler ändern häufig
Ihre Strategie. In den meisten Fällen lassen sich Wiederholungen
erkennen. Je mehr Informationen man über das Spielverhalten
eines bestimmten Gegners eingeholt hat, desto mehr Entscheidungshilfen
stehen einem zur Verfügung.
Auch
wenn Du an Tischen mit 10 und 20 Cents Einsätzen spielst, lasse
Dich sich nicht zu ungerechtfertigten Calls ermutigen. Die Gewinnerwartung
am Limit-Tisch wird in Big Blinds (gelegentlich in Big Bets) berechnet.
Spielst Du an einem Tisch mit Limit $ 0,10/0,20, dann kannst Du
nicht erwarten, mehr als einen Dollar pro Stunde zu gewinnen. Dass
der Erfolg zwischenzeitlich höher ausfällt, reduziert
sich durch unvermeidliche Verlustphasen.
Nimm
konservatives, vorsichtiges Spiel als Deine Richtlinie heran, von
der Du nur dann abweichst, wenn die Situation wirklich dazu einlädt.
Gegen mehrere Gegner brauchst Du fast immer das beste Blatt, um
zu gewinnen. Das zweitbeste Paar reicht so gut wie nie dazu aus.
Klebe nicht an Pots, wenn das Board gefährlich aussieht. Raise
und Reraise sind sehr oft Anzeichen, dass Deine zwei Paare oder
auch Dein Drilling bereits geschlagen ist. Zu selten bringt der
River das benötigte Full House.
Wenn
der Flop nicht günstig erscheint, dann verabschiede Dich und
warte auf eine bessere Gelegenheit. Wenn Du beispielsweise Deinem
Gegner das Ass nicht glaubst (vielleicht hast Du selbst J-J), dann
bedenke, dass Du neben dem kleinen Einsatz am Flop noch einen doppelten
und noch einen weiteren doppelten am River hinzulegen musst, um
es wirklich herauszufinden.
Je
öfter Du Dich mit zweifelhaftem Blatt rasch verabschiedest,
desto besser wird Deine Gewinnbilanz am Ende aussehen. Das gelegentliche
Erfolgserlebnis, einen Gegner doch des Bluffs überführt
zu haben, kompensiert nicht für die vielen Verluste, die Du
bis dahin, in dem Du Dich wie eine Calling-Station verhalten hast,
in Kauf genommen hast.
|