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Pokerschule für Einsteiger

10. Heads-Up

Das Spiel gegen einen einzigen Gegner bedarf einer grundsätzlich anderen Strategie als gegen mehrere.

In jedem einzelnen Spiel ist ein Blind zu bezahlen. Warte ich auf ein überdurchschnittliches Blatt und passe bei jedem Raise, so überlasse ich dem Gegner regelmäßig wertvolle Chips.

David Sklansky schreibt, dass es im Heads-up in erster Linie darum geht, so viele Blinds wie möglich zu stehlen und gleichzeitig den Gegner, wenn das eigene Blatt entsprechend stark ist, in eine teure Falle zu locken.

In jedem Fall ist es ratsam, Erfahrung zu sammeln. In der Turnierlobby der meisten Pokeranbieter findet sich ein eigener Bereich für Heads-up. In der niedrigsten Einsatzebene finden sich dabei auch ziemlich leichte Gegner. Ganz wichtig ist, wenn wir in einem regulären Turnier den letzten Gegner vor uns haben, diesem an Erfahrung überlegen zu sein.

Wann wir zum Bluff ansetzen, hängt mehr vom Rhythmus des Spiels als von den Karten ab. Grundsätzlich reicht die Zeit keineswegs aus, um auf A-K und hohe Pocket-Pairs zu warten. Jedes Paar und jedes Ass, ungeachtet des Kickers, ist Heads-up bereits ein sehr gutes Blatt. Verbesserungspotential, wie etwa das von Suited Connectors, verliert enorm an Relevanz. Selten bietet uns der Gegner Odds, dass sich das Bezahlen für den Kauf lohnt. Einsatz bzw. Raise müssen den Gegner überzeugen, dass wir unser starkes Blatt getroffen haben (und Bluffs sind hier die Regel - und nicht die Ausnahme).

Aggressives Spiel, Raise und Reraise, führt zu gewissem Vorteil, solange es der Gegner nicht versteht, die Situation für sich zu nutzen. Was tun wir also selbst, wenn wir mit einem sehr angriffslustigen Gegner konfrontiert sind?

Aggression lässt sich selten durch stärkere Aggression neutralisieren. Zu rasch enden solche Kämpfe mit einem All-in, in denen dann der Zufall entscheidet. Merken wir also, dass unser Gegner auf jedes Raise mit einem Reraise antwortet, dann schalten wir, vorübergehend, um ein paar Gänge zurück. Dabei checken wir öfter und wenn wir erhöhen, dann entsprechend niedriger. Bis uns der Dealer das passende Blatt beschert und wir ordentlich zurückschlagen können.

Wichtig ist auch immer, die Einsätze und Erhöhungen nur so hoch zu platzieren, um das zu erreichen, was wir damit bezwecken - und meistens ist dies ein Fold. Ist unser Gegner übervorsichtig und passt, sobald wir ein Drittel vom Pot setzen (wenn er am Flop kein Paar getroffen hat), dann gibt es keinen Anlass, mehr zu investieren. Callt ein Gegner den Flop kategorisch, dann ist von Overbets meist abzuraten. (Vgl., dass bei Einsätzen in Pothöhe der Bluff jedes zweite Mal funktionieren muss, um keine Verluste zu erleiden; bei Overbets also entsprechend öfter). In diesem Fall reduzieren wir unsere Angriffe auf die Situationen, wenn uns der Flop gefällt.

Haben wir einen Gegner vor uns, der all zu häufig mit einem All-in auf uns los geht, dann sollten wir selbst umso konservativer spielen. K-6 und ähnliches reicht für einen Call grundsätzlich nicht aus, auch wenn wir unseren Gegner so einschätzen, dass sein All-in mit 7-2 erfolgt sein könnte. Wir wissen es nicht. Es könnte auch A-2 sein.
Meistens ist es vorteilhafter, ihm die Blinds zu überlassen und auf ein starkes Blatt, ein mittleres Taschenpaar oder A-10 (aufwärts) zu warten. Den Spieß umzudrehen, und selbst regelmäßig All-in zu gehen, ist dabei eher gefährlich, weil dieser Spielertyp meist auch zu riskanten Calls neigt, etwa mit Q-10 und ähnlichem.

Natürlich ist in jedem Fall auch zu bedenken, wie viel Zeit, die Höhe der Blinds betrachtend, verbleibt.

Solltest Du über entsprechende Erfahrung im Heads-up verfügen, dann wird Dir diese natürlich auch dann zum Vorteil, wenn Spieler um Spieler den Cash-Tisch verlässt, bis Dir ein einziger Gegner verbleibt. Mit etwas Glück handelt es sich um jemanden, der es nicht versteht, seine Strategie entsprechend anzupassen.

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